Seit einem Jahr bin ich jetzt OKR-Mentor. Einiges habe ich in dieser Zeit gelernt, inhaltlich wie prozessual, auf Struktur- wie auf Interaktionsebene. Meine Erkenntnisse zu den formellen und informellen Aufgaben des „Kümmerers“ möchte ich an dieser Stelle gerne teilen. Heute Teil 1 von 2.

Welche Aufgaben hat ein OKR-Mentor?

Der OKR-Mentor hat viele Hüte auf. Er ist Prozesswächter, er ist Experte, er ist Coach, er ist Moderator. In manchen Phasen ist die Rolle sehr zeitintensiv, in anderen Phasen beschränkt sich der zeitliche Aufwand auf wenige Minuten in der Woche. Besonders zu den einzelnen OKR-Events fällt ein entsprechendes Arbeitspensum an.

Als OKR-Mentor organisiere ich alle Events des Frameworks: Vom Planning, über das wöchentliche Stand-up Meeting, hin zur Review und Retrospektive. OKR-Mentor zu sein bedeutet hierbei konkret für mich, darauf zu achten, dass die Events in Abstimmung zu den festgelegten Iterationslängen und den Verfügbarkeiten der Kolleginnen und Kollegen weit im Voraus geplant sind. Außerdem kümmere ich mich um das Workshopdesign. Ich arbeite eine Agenda nach festen Zeitfenstern aus, bereite Materialien vor und Arbeitsergebnisse nach. Hauptaufgabe für mich ist innerhalb der Events die Moderation: Strukturen schaffen, das Timeboxing einhalten und das Team dazu befähigen, auch noch nach 5 Stunden gute Ergebnisse zu erzielen.

Menschen über Prozesse

Mittlerweile kann ich wahrscheinlich den OKR-Guide vor- und rückwärts aufsagen. Und das ist auch gut so. Dieses Wissen gibt mir Sicherheit und Selbstbewusstsein. Als OKR-Mentor bin ich die erste Anlaufstelle für die anderen Teammitglieder. „Wann endet unsere Iteration?“, „Gehört das nicht in die Retro?“, „Wie kann ich nochmal ein neues Key Result hinzufügen?“. Vor allem im Rahmen des Plannings unterstützt der OKR-Mentor das Team inhaltlich. Die Formulierung von Objectives und Key Results ist anspruchsvoll. Es gibt viele Punkte zu beachten, wenn es um die Aufstellung der nächsten OKRs geht. Nichtsdestotrotz habe ich mittlerweile aber auch gelernt, dass Personen und Interaktionen wichtiger als Prozesse und Werkzeuge sind. OKR ist ein Framework. Nicht mehr, nicht weniger. OKR gibt Vorschläge an die Hand, wie das Team besser Ziele aufstellen kann. Diese Vorschläge müssen jedoch zu den Teams passen. Passen sie nicht, werden innerhalb der Retrospektive gemeinsam Maßnahmen aufgestellt, mit denen sich alle Mitglieder identifizieren können.

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