Arbeitsmodell Home Office: Seit einigen Monate wage ich den Selbstversuch. In der letzten Woche habe ich meine Erfahrungen hinsichtlich der Vorteile geteilt, die das Arbeiten von zuhause für mich mit sich bringt. Mittlerweile sind jedoch auch einige Punkte aufgetreten, die ich für meinen persönlichen Arbeitsalltag als negativ bewerten würde. Meine Sicht möchte ich an dieser Stelle gerne teilen.

Zu viel Home Office sei kontraproduktiv

Forscher fanden heraus, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gelegentlich im Home Office arbeiten, motivierter sind, eine höhere Leistung bringen und zu besseren Arbeitsergebnissen kommen. Ein bis zwei Tage die Woche von zuhause aus zu arbeiten, wird in diesem Zusammenhang als ideal eingeschätzt. Alles was darüber hinausgeht, wird Studien zufolge als kontraproduktiv für den Zusammenhalt im Team eingeschätzt.

Zwischenmenschliches fehlt

Home Office bedeutet also nicht nur Flexibilität. Home Office bedeutet auch, das Büroleben zu verpassen. Viel Zwischenmenschliches geht an einem vorbei, wenn man von Zuhause aus arbeitet. Manchmal wird das für mich schon spürbar, wenn ich einen Tag in der Woche nicht im Büro war. Arbeit ist natürlich viel mehr als das Erledigen von Aufgaben oder das Teilen von Fachwissen. Am Arbeitsplatz entsteht eben auch ein Teamgeist, manchmal entwickeln sich sogar richtige Freundschaften.

Technik macht’s möglich

Das Arbeitsmodell „Home Office“ kann in heutigen Zeiten gut funktionieren, da die Technik so einiges möglich macht. Telefonkonferenzen, Chat, Videotelefonie oder VPN machen in vielen Fällen die Präsenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gar nicht mehr nötig. Aber manchmal kann eben der persönliche Kontakt nur sehr schwer ersetzt werden. Aus meiner persönlichen Erfahrung können Chats häufig zu Missverständnissen führen. Sie lassen eben Interpretationsspielraum. Schon ein fehlender Smiley kann den Ton verändern. Ein Vier-Augen-Gespräch bietet dagegen oftmals die nötige Klarheit.

Flexibilität nur auf den ersten Blick

Die flexible Zeiteinteilung im Home Office ist darüber hinaus in vielen Fällen auch nur auf den ersten Blick richtig. Gerade in der Dienstleistungsbranche gibt es in vielen Tätigkeitsfeldern Servicezeiten. Selbst wenn der Job keine physische Präsenz der Person voraussetzt, besteht oftmals die Abhängigkeit zu bestimmten Zeiten, in denen man für die Kundinnen und Kunden erreichbar sein muss. Zudem arbeite ich häufig mit Kolleginnen und Kollegen zusammen an einem bestimmten Projekt. Wir tauschen uns aus, stehen in ständigem Kontakt. Hierbei müssen sich einfach die Arbeitszeiten überschneiden.
Wie sehen Sie das? Wird in Ihrem Unternehmen bereits die Möglichkeit des Home Offices angeboten? Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht, wenn es um die Vor- und Nachteile dieses Arbeitsmodells geht?