Wenn der Begriff „Home Office“ fällt, entstehen bei vielen Personen oftmals ähnliche Bilder im Kopf: Netfix, Couch und Pyjama. Entspannt ein paar Filme gucken, Chef und Kollegen sehen es ja nicht.

Studien sprechen für Home Office

Doch aktuelle Studien kommen zu ganz anderen Ergebnissen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die gelegentlich im Home Office arbeiten, sind motivierter, bringen eine höhere Leistung und produzieren bessere Arbeitsergebnisse. Aber ist das wirklich so? Eine doch recht pauschale Aussage, die man mit ein wenig Abstand betrachten muss.

Seit einigen Monaten wage ich den Selbstversuch. Für mich persönlich bringt das Arbeiten von zuhause eine Reihe von Vorteilen mit sich. Aber über die Zeit hinweg haben sich auch einige Schwachstellen herauskristallisiert, die dieses Modell mit sich bringt. Meine Erfahrungen möchte ich an dieser Stelle gerne teilen.

Home Office gleich Produktivität

Home Office bedeutet für mich vor allem Produktivität. Mein Arbeitsalltag besteht mitunter aus einem hohen Anteil an Tätigkeiten, für die konzentriertes Denken notwenig ist. Für mich heißt das im Idealfall: So wenig Lautstärke und Ablenkung wie möglich. Auch wenn in unserem Büro einzelne Zonen für die Stillarbeit ausgerichtet sind, bleiben Einflüsse von Außen natürlich nicht aus. Ob die Frage eines Kollegen, eine dringendere To Do oder einfach nur das Gespräch an der Kaffeemaschine. Diese Faktoren kann man im Home Office umgehen, solange man das Büro im eigenen Heim für sich hat.

Flexibilität als entscheidender Faktor

Für mich bringt das Arbeiten von zuhause einen weiteren entscheidenen Vorteil mit sich: Die Flexibilität. In verschiedenen Bereichen hat sich dieser Aspekt bisher als sehr positiv erwiesen. So pendle ich täglich mit Bus und Bahn. Die Möglichkeit, einige Tage in der Woche im Home Office arbeiten zu können, ist nicht nur mit einer enormen Zeitersparnis, sondern auch mit einer Reduzierung des Stresses verbunden. Verspätungen des ÖPNV oder das Gedränge am Bahnhof kann ich so vermeiden.

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Einen ähnlich großen Vorteil bringt die gewonnene Flexibilität für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben mit sich. Bei einem klassischen Arbeitsmodell mit Präsenzkultur und ohne flexible Arbeitszeitgestaltung wäre es einfach nicht drin, Arzttermine und Behördengänge wahrnehmen zu können. Die Möglichkeit zu haben, für kurze Zeit das Home Office verlassen zu können und dafür am Abend ein wenig länger zu arbeiten, ist da eine umheimliche Erleichterung. In gemeinsamen Projekten ist man hierbei natürlich abhängig von den Arbeitszeiten des Teams. Eine völlig freie Einteilung der eigenen Stunde ist dabei nicht möglich.

Natürlich eignet sich das Arbeitsmodell „Home Office“ nicht für alle Tätigkeiten. Viele Berufe setzen einfach die Präsenz am Arbeitsplatz voraus. Weitere Punkte, die aus meiner Erfahrung eher auf die Kontra-Seite des Arbeitens von zuhause einzuordnen sind, teilen ich im nächsten Teil des Artikels kommende Woche.